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Botox – ein „Naturwundermittel?“

17.01.2014 | Keine Kommentare

Im Jahre 1815 wurde dieses Mittel erstmals von einem schwäbischen Arzt und Dichter beschrieben. Er erkannte bereits damals das medizinische Potential des Botox in äußerst geringer Dosierung. Bekanntheitsgrad erhielt es jedoch erst in den 90 Jahren durch den Einsatz in der kosmetischen Medizin. Seit Ende 2012 ist es in Österreich nun zur Behandlung gegen Migräne zugelassen. Mit was für einem natürlichen „Wundermittel“ haben wir es da bloß zu tun?
Botulinumtoxin wird von dem Bakterium Clostridium botulinum produziert. Es ist ein Bakterium, welches häufig in verdorbenen Wurst‐ und Gemüsekonserven anzutreffen ist und dieser Tatsache seinen Namen verdankt (im Lateinischem: botulus = Wurst). Keine Angst das Bakterium wird durch Erhitzen getötet! Zudem ist es das in der Natur stärkste vorkommende Gift. Botox hemmt im Prinzip die Nervenübertragung auf den Muskel, wodurch es zu einer schlaffen Lähmung des Muskels kommt.

Diesen Wirkmechanismus macht sich die kosmetische Medizin zum Nutzen. Schlaffere mimische Muskeln verhindern eine verstärkte Faltenbildung. Die Haut wirkt glatter und das Gesicht jünger. Ein Jungbrunnen schlechthin.

Neuere Studien zeigten jedoch, dass die Injektion von Botox in bestimmte Kopf‐ und Halsmuskeln bei Patienten mit chronischer Migräne zu einer deutlichen Verbesserung der Symptomatik führt. Man spricht von chronischer Migräne, wenn ein Patient mindestens drei Monate lang, an mindestens 15 Tagen im Monat, von Kopfschmerzen geplagt wird. Die Dosierung des Neurotoxins bei einer Migränetherapie ist zirka um das fünf‐ bis sechsfache höher als bei einer kosmetischen Faltentherapie. Hierbei unterdrückt die gezielte Muskellähmung die Migräne durch einen noch unbekannten Mechanismus.

Das Behandlungsspektrum von Botox ist darüber hinaus noch größer. Es kann zum Beispiel bei Gesichts‐, Hals‐ und Beinspasmen, bei Lidzucken und Lidkrampf, bei Blasenschwäche und bei übermäßigem Schwitzen im Achselbereich eingesetzt werden. Nebenwirkungen in der vom Spezialisten angewendeten Dosierung sind kaum vorhanden und äußerst selten. Der einzige Nachteil ist, dass Injektionen regelmäßig wiederholt werden müssen, da die Wirkdauer von Botulinumtoxin zeitlich beschränkt ist.

Kurzum stellt das Nervengift eine mögliche Alternative zu langwierigen und oft erfolglosen medikamentösen Therapien verschiedener Leiden dar, mit einem zusätzlich positiven Effekt auf das Erscheinungsbild unter folgender Devise: Man darf nicht sehen, dass Sie beim plastischen Chirurgen waren!

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