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Gefährliche Brustimplantate

09.01.2012 | Keine Kommentare

Brüssel - Der Skandal um fehlerhafte Brustimplantate des französischen Herstellers Poly Implants Prothèses (PIP) hat hohe Wellen geschlagen. Die Europäische Union hat nun strengere Regeln für die Kontrolle von Medizinprodukten angekündigt. Die Zulassungsinstitute sollten sorgfältiger ausgewählt werden, sagte ein Sprecher der EU-Kommission am Donnerstag.

In Europa tragen zehntausende Frauen die PIP-Implantate, die meisten davon leben in Großbritannien, Frankreich und Spanien, aber auch den Österreich benachbarten Ländern Slowakei und Ungarn.
Doch auch in Österreich und Deutschland wurden die Implantate eingesetzt, wenn auch zum Glück viel seltener.

“Für Medizinprodukte brauchen wir andere Regeln”, forderte der französische Gesundheitsminister Xavier Bertrand im Fernsehsender LCI. Während Medikamente eine strenge Zulassungsprozedur durchlaufen müssten, sei die Kontrolle bei Medizinprodukten weit weniger ausgeprägt.

Der PIP-Skandal nimmt ständig größere Dimensionen an. Am Donnerstag berichtete die französische Zeitung “Le Figaro”, dass 16 von 18 Krebszentren in Frankreich PIP Implantate verwendet haben.
Jene Firma hat auch Silikoneinlagen für Männer hergestellt - etwa Hodenprothesen sowie Po- und Brustimplantate. Die Produkte seien vor allem nach Südamerika exportiert worden.
In einem bisher einzigartigen Aufruf hatten die Behörden in Frankreich rund 30.000 Frauen empfohlen, sich die PIP-Silikonkissen vorsichtshalber wieder entfernen zu lassen. Nach jüngsten Angaben sind inzwischen 20 Französinnen mit PIP-Implantaten an Krebs erkrankt. Einen Beweis für einen Zusammenhang mit den Silikonkissen gibt es zum Glück aber nicht.

Prim. Dr. Thomas Hintringer, Präsident der österreichischen Gesellschaft für Plastische Chirurgie, nimmt zur Lage in Österreich Stellung: „Leider können wir nicht genau sagen, ob und wie viele Frauen in Österreich von den mangelnden Brustimplantaten betroffen sind. Wir Plastischen Chirurgen führen zwar ein Register für Silikonimplantate und in diesem sind keine PIP-Implantate registriert. Da wir aber bisher die einzigen waren, die mit diesem Register gearbeitet haben, können wir nicht sagen, ob nicht Ärzte anderer Fachgruppen derartige Implantate eingesetzt haben.“ Implantate anderer Firmen stehen derzeit nicht in Verdacht mangelhaft oder unsicher zu sein.

Die Mitglieder der Österreichischen Gesellschaft für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie (ÖGPÄRC) sehen sich als Ansprechpartner für verunsicherte Patientinnen.
Eine Hysterie soll nun keinesfalls entstehen, denn es gibt letztendlich KEINEN eindeutigen Hinweis, dass Krebserkrankungen in Zusammenhang mit dem Industriesilikon stehen. Jedoch empfehlen wir die Entfernung der Kissen und den Wechsel auf hochqualitiative Implantate.
Und es bewahrheitet sich wieder das alte Sprichwort: „Wer billig kauft, kauft teuer.“

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