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Qualitätssicherung in der Plastischen Chirurgie

07.10.2010 | Keine Kommentare

Brasilien hat sich abermals als Trendsetter in der Plastischen Chirurgie erwiesen:
Die Ärztekammer für Brasilien hat mittels Resolution im August 2010 festgesetzt, dass nur Plastische Chirurgen Ästhetische Eingriffe durchführen dürfen (August 2010, SPBC Pressemitteilung).
Der Grund für diese rigorose Entscheidung liegt im Schutz der Patienten vor Scharlatanen und selbsternannten Schönheitschirurgen.

Während in vielen Ländern – wie auch in Österreich und Deutschland, jeder Arzt ohne Fachqualifikation Schönheitschirurgie betreiben darf, ist dies jetzt per Dekret in Brasilien verboten worden.
Und Schönheitschirurgie ist bekanntlich in Südamerika ein Lebensgefühl. Zwischen Karneval, Samba und Strandleben spielt der Körper – vor allem bei Frauen – eine weitaus größere Rolle als sonst irgendwo auf der Welt.

Jedoch hat das medizinische Fachgebiet der Plastischen Chirurgie wenig mit der lockeren Lebensart und dem feurigen Temperament zu tun. Die Ausbildung zum plastischen Chirurgen beträgt weltweit mindestens 6 Jahre und umfasst nicht nur die ästhetische oder Schönheitschirurgie, ein Schwerpunkt stellt auch die Wiederherstellende Chirurgie nach Unfällen, Tumoren, Verbrennungen oder auch angeborene Fehlbildungen (zum Beispiel überzählige oder zusammengewachsene Finger) dar.
Erst wer jahrelang das gesamte Spektrum der Wiederherstellenden Chirurgie erlernt hat, kann sich langsam in das sehr heikle Gebiet der Ästhetischen und Schönheitschirurgie wagen.
Der große Unterschied zu allen anderen medizinischen Fachdisziplinen liegt nämlich darin, dass Patienten behandelt werden, die ohne Krankheit sind, und nur ein ästhetisch störendes Makel haben.
Somit liegt die Latte der Erwartungshaltung extrem hoch, und nur durch jahrelange Ausbildung und Training kann durch die damit erlangte große Erfahrung eine qualitativ hochwertige Behandlung angeboten werden.

National und international könnten Behörden und Ärztekammern viel von ihrem brasilianischen Pendant lernen, um weiteres Unheil und unzufriedene Patienten in weiterer Zukunft zu vermindern.

Letztendlich müssen sich derzeit Patienten selbst von der Kompetenz ihres behandelndes Arztes überzeugen und erst die Anerkennung zum Facharzt für „Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie“ stellt in Österreich das einzige Gütesiegel für eine langjährige und profunde Ausbildung dar.

Links:
http://www.plastischechirurgie.org

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